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Wie man nicht einen Blog startet

Stellt euch einmal folgende Situation vor: Ihr seid Teil einer Gruppe von engen Schulfreunden. Das Abitur ist geschafft, die Ferien sind vorbei und Pläne für die nächste Zukunft sind gemacht. Dabei sind ganz unterschiedliche spannende Sachen geplant! Ein paar von euch fliegen nach Japan oder Australien für ein Work and Travel, jemand anderes tritt ein Au Pair in Kanada an, und andere bleiben in der altbekannten Heimat und versuchen hier, in Praktikas und Ausbildungen ihr Leben zu bestreiten. Da will man doch auf dem Laufenden bleiben! 

 

Aber erstmal seid ihr noch alle hier und befindet euch in den letzten paar friedlichen Wochen bevor das Leben euch wieder einholt, ihr eure Pläne antreten müsst und eure Gruppe sich in alle Himmelsrichtungen verstreut. 

Ich sage “friedlich,” aber nachdem die Flugtickets gebucht sind, die Visum-Anträge ausgefüllt sind und alles, was noch bleibt, das Kofferpacken ist, verfällt man in ein unruhiges Warten - wie etwa als würde man einen Tsunami auf sich zu rollen sehen: Man weiß, dass man nicht ausweichen kann, man weiß, dass es gleich sehr chaotisch wird, aber man weiß nicht wirklich was passiert. Vielleicht zerdrückt dich die Wassermasse wie eine leere Coladose, aber vielleicht wirst du auch nur ein bisschen herumgewirbelt und kommst dann irgendwo wieder raus, wo es ganz schön ist. 

 

Auf jeden Fall würde ich behaupten, dass das hilflose Warten der schlimmste Teil der ganzen nervenaufreibenden Prozedur ist. Man will am liebsten direkt loslegen, oder doch noch alles abblasen und sicher Zuhause bleiben, oder zumindestens noch irgendwelche Vorbereitungen abwickeln, alles ist besser als zu warten und nichts zu tun. 

In unserer Situation äußert sich diese aufstauende nervöse Energie wie folgt: Um 23:30 Uhr, wo all die besten Ideen entstehen, finde ich mich plötzlich in einer neuen Whats-App Gruppe wieder, in der schon hitzig diskutiert wird, ob wir alle unsere Auslandsjahr-Erfahrungen in einem Blog oder durch einen YouTube Kanal festhalten wollen. Nur für uns selbst, damit wir wissen was die anderen so erleben, und vielleicht für ein paar Interessierte. Was kann schon schiefgehen?

“Blog,” sage ich bestimmt. Mit fünfzehn Jahren große Träume von Influencer-Prominenz zu hegen, nur um ein paar frustrierende Stunden später festzustellen, dass Videos schneiden doch etwas schwieriger ist als gedacht, ist heutzutage eine ziemlich universelle Erfahrung. Außerdem haben nur zwei von uns gute Kameras.  Mathis kauft eine URL.

 

Hey, ein Blog ist etwas, was man noch tun und einrichten kann während man wartet dass es losgeht, denken wir uns alle, und vielleicht geht die Anspannung mit uns allen ein bisschen durch.

24 Stunden später haben wir einen Projektnamen, einen Blog UND einen YouTube channel, und irgendwie auch Twitter, Instagram und sogar Facebook. Wer ist denn heutzutage überhaupt noch auf Facebook?! Eigendlich zu viel - wer soll das denn alles managen, wenn wir alle unterwegs und beschäftigt sind? 

Wir verzweifeln über Web Design, was anscheinend auch ein bisschen schwieriger ist als gedacht, und ich bastel nicht eins sondern zwei vorläufige Logos für unsere Internetpräsenz, damit wir wenigstens so tun können, als wären wir professionell.

Naja, wir wachsen an unseren Aufgaben. Das ist ja schließlich der Grund, warum wir unsere Reisen überhaupt antreten.

Mit der Zeit hoffen wir, hier unsere Reise- und Lebenserfahrungen zu teilen, und unsere unterschiedlichen Werdegänge zu lebensfähigen, erwachsenen Menschen zu dokumentieren, mit all den hart gelernten Tipps und Tricks gegen die Tücken des Alltags, die wir dabei ansammeln.

In der Zwischenzeit können wir aber schon ein paar erste Weisheiten mit euch teilen: 

 

Eine Website

Der erste Schritt zu jedem Blog ist eine eigene Website. Wenn ihr begabte Informatiker mit zu viel Zeit auf der Hand seid, könnt ihr die natürlich selber progarmmieren. Das dauert aber lange, und die meisten Anbieter, über die ihr heutzutage eine Website erwerben könnt, bieten ohnehin schon ein paar vorgefertigte Design-Vorschläge an.

Wir benutzen Jimdo, aber es gibt auch einen Haufen anderer Anbieter wie Wix oder Squarespace. Manche Anbieter, wie Jimdo und Wix haben kostenlose Optionen. Unbezahlte Websites beinhalten aber nicht ihre eigene URL, also würde eure Webadresse vorne den Namen eures Anbieters stehen haben. Nicht besonders attraktiv und professionell aussehend. Wenn ihr eine Website für ein Langzeitprojekt aufbaut, überlegt euch echt, ob eine schöne URL nicht die 5 Euro extra wert ist.

Trotz weitestgehent intuitiver Programmgestaltung hilft es jedoch immens, ein Grundverständnis für HTML und CSS zu haben. Macht doch hier oder hier einen kostenlosen Crashkurs.

Hier muss natürlich gesagt sein, dass es eine Reihe von Plattformen für Blogger gibt, wie etwa tumblr, und man sich, wenn man nur hobbymäßig ein bisschen schreiben will, überhaupt nicht die Mühe, eine Website zu bauen, machen muss. Eine eigene Website bietet jedoch viel mehr Freiheit zur Individualisierung. Wenn man plant, viel zu schreiben, sollte man die Zeit in eine Website investieren, damit alte Artikel leicht wiederzufinden sind und du das Seiten-layout an deine Bedürfnisse anpassen kannst. 

 

Social Media

Heutzutage hat jeder einen Blog, da muss man irgendwie herausstechen. Bis man populär genug ist, um bei Google auf Platz 1 der Suchergebnisse zu stehen, ist Social Media ein guter Weg um Leute auf deinen Blog aufmerksam zu machen. Du kannst Kontakte mit anderen Bloggern knüpfen und neue Blog-Einträge bewerben - Stell sicher, dass deine Zuschauer nichts verpassen. Außerdem ist es schön, eine Plattform für kurze Ansagen und Sachen, die nicht thematisch in deinen Blog passen, zu haben.

Versuch natürlich, nicht wie wir zu sein und dich direkt zu übernehmen - es reicht völlig aus, erstmal nur einen Twitter Account zu machen. 

Für richtig erfolgreiche Blogger reichen SNS aber nicht; Wenn man große Mengen Leser anziehen und interessiert halten will, braucht man, versichert mir das Internet, eine Mailing Liste, um die Leser persönlich zu erinnern, wenn man etwas neues gepostet hat oder um ihnen die Posts der Woche noch einmal näher zu bringen. Eine Newsletter ist auch sehr effektiv, aber auch ein Haufen Arbeit. Das ist hier wohl eher ein Projekt für einen anderen Tag.  

 

Graphic Design

Ein guter Blog braucht ein gutes Logo. Und man kann nicht einfach eins klauen. Wenn man also nicht gerne einem Graphic Designer 30 Euro für ein paar schöne Banner geben will, kann man’s selbst versuchen. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Programmen, die man verwenden kann, wie etwa GIMP oder Paint.

Ich empfehle Inkscape. Inkscape ist ein bisschen schwierig zu verwenden, aber YouTube Tutorials sind kostenlos und diese professionelle Open Sorce Vektorgraphik Software auch. Inkscape ist genau auf Web Design ausgelegt und nachdem man sich ein bisschen eingearbeitet hat, wird einem das Logos und Graphiken erstellen ganz einfach fallen.

Speicher deine Vektorgraphiken als PNG Dateien ab (und mach den Layer deiner Graphik, auf dem der weiße Hintergrund ist, unsichtbar), damit der Hintergrund deiner Graphik durchsichtig bleibt und du micht über weiße Ränder verzweifelst. 

Hold dir ein paar Bilder aus dem Internet als Buttons, um deine Social Media zu verlinken, und schon sieht deine Website professionell aus! Kleine PNG Graphiken für genau diesen Zweck findest du hier und eine Anleitung, wie das in HTML geht, hier. Die meisten Website Baukästen sollten aber eine einfache “Bild verlinken” Funktion haben.

 

Das Favicon

Ein Favicon ist das kleine Symbol, dass man auf Tabs finden kann. Alle professionellen Websites haben eins und Anfänger-Blogs kann man schnell daran erkennen, dass die Tabs immer noch die kleine Weltkugel links in der Ecke haben. Ein Favicon kann man ganz leicht erstellen, indem ihr eine PNG Datei erstellt (zum Beispiel mit Inkscape) und sie dann online in eine .ico Datei konvertieren lasst. Favicons sind normalerweise 32x32 Pixel oder 16x16 Pixel groß. Wie ihr das Favicon einfügt, kommt auf euren Web Design Anbieter an, oder ihr macht es oldschool mit HTML.

 

Jetzt könnt ihr versuchen, selbst einen Blog zu erstellen, oder ihr könnt uns weiter dabei zusehen, wie wir im Dunklen herumtasten und warten, bis wir in ein paar Monaten vermutlich ein umfassenderes, besseres Tutorial rausbringen. Wir haben schon ganz viele Pläne, an unserer Website rumzubasteln, und irgendwann teilen wir sie bestimmt mit euch! Viel Spaß!


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